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Bürgerinitiative fordert Baugrenze für Essen-Haarzopf

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Haarzopf.
Die Bürgerinitiative „Fingerweg von Freiluftflächen“ sieht sich durch die neue RVR-Klimaanalyse bestätigt. Bebauung an der Eststraße sei obsolet.

Die Bürgerinitiative (BI) „Finger weg von Freiluftflächen“ aus Haarzopf/Fulerum fordert die schnellstmögliche Umsetzung der von der Klimaanalyse des Regionalverbandes Ruhr (RVR) empfohlenen Baugrenze im südlichen Haarzopf. Somit wäre eine Bebauung der Eststraße, wie von der Initiative von Anfang an argumentiert, hinfällig, heißt es in einer Stellungnahme der Initiative.

„Die Klimaanalyse kommt genau zu dem Ergebnis, das wir seit nunmehr drei Jahren propagagieren“, unterstreicht Jörn Benzinger, Sprecher der Bürgerinitiative. Die südlichen Gebiete Haarzopfs sollten nicht weiter bebaut werden, um sie für die Entstehung wertvoller Kaltluft zu erhalten. Stattdessen sollten Baulücken in bereits versiegelten Gebieten geschlossen werden.

Benzinger kündigt an, dass die Bürgerinitiative auf Grundlage des neuen Klimagutachtens des RVR eine Bürgereingabe initiieren und die Baugrenze damit verbindlich einfordern wird.

„Schon der städtische Steckbrief beim ohnehin kläglich gescheiterten Projekt „Wo wollen wir wohnen“ bestätigte eine hohe Klimarelevanz der Fläche an der Eststraße. Jetzt zeigt es eine weitere Analyze auf. Dass dieses Bauprojekt ausgerechnet mit grüner Beteiligung trotzdem weiter vorangetrieben wird, verstehen wir bis heute nicht“, kritisiert Benzinger.




Er erinnert in diesem Zusammenhang an drei Doppelhaushälften an der Raadter Straße, deren Bau die Stadt Essen laut Bezirksregierung gar nicht hätte genehmigen dürfen. Die Baugenehmigung hat dennoch Bestand, da die Eigentümer beim Kauf der Häuser, darauf vertrauen durften, dass die Genehmigung zurecht erteilt wurde.


Von der Zahl 180 Wohneinheiten ist die Ratsmehrheit abgerückt

Aus Sicht der Bürgerinitiative bleibt gleichwohl ein fader Beigeschmack zurück. Der Bevölkerung sei nicht zu vermitteln, dass in Zeiten einer globalen Klimakrise, Bauland ausgewiesen werden solle, wo momentan eine wertvolle Freifläche für die Landwirtschaft mit hoher Kaltluftproduktion existiere.

„Den Revenue Einzelner über das Allgemeinwohl zu stellen ist schlichtweg eine Unverschämtheit. Hier der nachdrücklichen Empfehlung der Experten nicht nachzukommen, käme obendrein der Verschwendung von Steuergeldern für das Gutachten gleich“, so Benzinger.

Die Verwaltung hatte die Frage einer möglichen Bebauung an der Eststraße/Raadter Straße im Bürgerforum aufgeworfen, das die Stadt im November 2018 unter dem Slogan „Wo wollen wir wohnen?“ in der Messe Essen initiiert hatte. Rund 500 Bürgerinnen und Bürger, ausgesucht nach dem Zufallsprinzip, diskutierten dort mögliche Baugebiete, welche die Verwaltung zuvor ausgewählt hatte. An der Eststraße/Raadter Straße wäre demnach Platz für bis zu 180 Wohneinheiten.

Inzwischen ist die Ratsmehrheit ein Stück weit davon abgerückt. Das Gelände einer ehemaligen Gärtnerei soll von einer Bebauung frei gehalten werden. Hatte die Stadt die Renaturierung dieser Fläche doch zur Bedingung gemacht, für den Bau der Doppelhaushälften.

Die Bürgerinitiative fordert Stopp der Bauleitplanung

Dass an der Eststraße/Raadter Straße weniger Häuser gebaut werden sollen, als ursprünglich angedacht, sei ein Kompromiss, mit dem niemand zufrieden sein könne, sagt Jörn Benzinger.

Die Klimaanalyse des RVR legt der Stadt nahe, am Rande mehrerer bebauter Bereiche sogenannte klimatische Baugrenzen festzulegen, unter anderem im Süden Haarzopfs. Die Analyze des RVR wird laut Verwaltung in der Bauleitplanung Berücksichtigung finden.

Die Bürgerinitiative „Finger weg von Freiluftflächen“ fordert nun, die Bauleitplanung für das Projekt Eststraße/Raadterstraße umgehend zu stoppen.


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