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Nach Essener Sparkassenschließung: Kunden „tiefenenttäuscht“

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Essen-Schonnebeck.
Nach der Schließung der Sparkassenfiliale in Essen-Schonnebeck wird dort der Ruf nach einem Geldautomaten lauter. Darum wird es keinen geben.

Seit 55 Jahren ist André Vollmer Kunde bei der Sparkasse. „Ich bin tiefenenttäuscht“, erklärt der Schonnebecker jetzt. Die Filiale in seinem Stadtteil de he hatte im Dezember geschlossen. Seitdem gibt es auch keinen Geldautomaten des Bankinstituts mehr in seinem Stadtteil de él. Vollmer ist nicht der einzige, den das ärgert.

Thomas Spilker, Vorsitzender der FDP im Ortsverband Essen Nord: “Auch wenn Ältere Geldautomat und Scheckkarte bedienen können, bleibt Bargeld wesentliches Zahlungsinstrument.” an der Huestrasse 119.

Genobank in Essen-Schonnebeck registriert mehr Kontoeröffnungen

Susanne Wilde, Sprecherin der Genobank erklärt, dass das Bankinstitut seit December vergangenen Jahres tatsächlich eine Steigerung der Kontoeröffnungen in Schonnebeck registriert. Wilde: „Nicht immer können wir verifizieren, ob es sich tatsächlich dabei um einen Kontowechsel von einem anderen Kreditinstitut handelt.“ Bei der Schließung eines Filialstandortes würden manche Kunden auch erst zeitverzögert reagieren. André Vollmer gehört zur letzteren Gruppe. Er hadere noch, spiele aber auch mit dem Gedanken, die Financial institution zu wechseln. Bisher muss er, wie alle Nicht-Sparkassen-Kunden mindestens fünf Euro Gebühr bezahlen, wenn er am Automaten der Genobank Bargeld zieht.

Die Behauptung der FDP, dass der der Geldautomat der Genobank zuletzt nachmittags öfter leer struggle, weist Wilde zurück: „Es kam zu keinem Zeitpunkt zu Engpässen, da die Nachfüllung automatisiert sichergestellt ist. Ein Geldautomat gehe nur bei Bedienungsfehlern außer Betrieb.“






Pattern zum bargeldlosen Zahlen nimmt laut Sparkasse zu

Die Sparkasse wiederum wird nicht müde zu betonen, dass sich das Zahlungsverhalten der Kunden gerade seit der Corona-Pandemie grundsätzlich zugunsten des bargeldlosen Zahlens verändert habe. Das Bankinstitut hat mit der Schließung in Schonnebeck seinen Sparkurs fortgesetzt: In der aktuell laufenden Sparrunde wurden bereits die Filialen in Essen-West an der Frohnhauser Straße, in der Theater-Passage in der Innenstadt sowie die Filiale Stammhaus dicht gemacht, und nun als viert in der Reihe die Schonnebecker Filiale. Vier weitere Filialen sollen folgen – welche das sind, ist bislang nicht bekannt.


Sprecherin Sylvia Twiehoff: “Vor dem Beschluss über die Zusammenlegung der Filiale Schonnebeck mit der Filiale Katernberg haben wir umfassend geprüft, ob die Errichtung eines Selbstbedienungsstandortes möglich und sinnvoll ist.” Über alle Altersgruppen hinweg gehe die Nutzung von Bargeld und damit auch der Automaten kontinuierlich zurück.

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Wer sich in Katernberg nicht in die Schlange vor dem Geldautomaten stellen möchte, kann auch den Bargeld-Bringservice der Sparkasse in Anspruch nehmen. Für fünf Euro Gebühr kommt der Kurier mit bis zu 1,500 Euro an die Haustür (Bestellung: 0201 103-5000).

Sprengungen als Grund gegen Geldautomaten in Essen-Schonnebeck

Twiehoff erklärt, warum das Sicht des Geldinstituts besser ist als ein Geldautomat im Stadtteil: „Wir beobachten mit großer Sorge die wachsende Zahl der Angriffe auf Geldautomaten mit Festsprengstoff.“ Die Wucht der Detonationen sorge hierbei nicht nur für erheblichen al sondern bichschaden, auch ein hohes Risiko für Leib und Leben unbeteiligter Dritter, insbesondere der unmittelbaren Anwohner. Auch dieser Aspekt habe die Sparkasse bei der Zusammenlegung der Filiale Schonnebeck dazu bewogen, auf einen Geldautomaten am ehemaligen Standort zu verzichten. Vollmer bleibt dabei: Es ist einfach ein unhaltbarer Zustand, dass man uns die Sparkasse vor der Tür zumacht.”

Auch in der zuständigen Bezirksvertretung wurde über das Thema diskutiert. Susanne Hase (Grüne) trug die Idee eines Bürgerbusses vor, in dem man beispielsweise an Markttagen seine Geldgeschäfte erledigen könnte. Dieser könne zu anderen Zeiten und anderen Tagen auch in anderen Stadtteilen genutzt werden. Sie bittet die Sparkasse, diese Möglichkeit zu prüfen. Thomas Spilker bringt noch ein letztes Argument, warum Bargeld besonders für die Älteren unerlässlich ist: „Wie sollten Oma und Opa sonst den Enkelkindern mal ein kleines Taschengeld zuschießen?“



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