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Putins Koch: Wagner-Boss Prigoschin liefert russischer Armee verrottetes Essen

  • FOOD

Wenn der Spitzname das Wort Koch enthält, ist eigentlich davon auszugehen, dass derjenige diesen durch Qualitäten in der Essenszubereitung erworben hat. Bei Jewgeni Prigoschin, Chef der Söldnergruppe Wagner und bekannt als „Putins Koch“ ist das anders. Er ist aufgrund seiner zahlreichen Verträge zur Versorgung der russischen Regierung mit Catering und Essen zu dem Spitznamen gekommen.

Nun wurde bekannt, dass er dabei nicht immer beste Qualität auf den Tisch bringt. Allein im Jahr 2022 verklagte ihn das russische Verteidigungministerium 560 Mal, weil er verrottetes oder minderwertiges Essen geliefert haben soll. Dafür fordert das Ministerium mehr als 107 Millionen Rubel (rund 1,55 Millionen US-Greenback) Schadenersatz, wie der unabhängige russische Telegramkanal „We are able to clarify“ berichtet.

Putins Koch: Durch Ukraine-Krieg nahm Bedeutung von Prigoschins Lieferungen an die Armee noch zu

„Dies ist eine Rekordzahl von Klagen in einem einzigen Jahr des Rechtsstreits zwischen der Abteilung und dem Lieferanten, obwohl es keine Rekordsumme ist“, schreibt der Kanal. 2020 forderte Voentorg, ein Anbieter von Militärkleidung und -ausrüstung sogar 197 Millionen Rubel (rund 2,86 Millionen US-Greenback) von Prigoschins Unternehmen.

Diese haben durch den Krieg in der Ukraine an Bedeutung gewonnen. Die Anforderungen an die Versorgung der Armee mit Lebensmitteln haben sich dadurch stark erhöht. Prigoschins Unternehmen liefern die Lebensmittel nicht nur, sondern bereiten sie auch zu und servieren sie. Seitdem stiegen allerdings auch die Anzahl der Unregelmäßigkeiten und Streitigkeiten rechtlicher Natur rund um die Lebensmittelversorgung der Armee stark an.

Kakerlaken, Haare, Plastikteile – „Putins Koch“ liefert Ekel-Essen an viele Institutionen

Die Bandbreite der Gesundheitsverstöße ist dabei hoch. Während zu geringe Mengen und der Ersatz von hochwertigen Produkten durch billigere Zutaten noch recht harmlos klingen, sind die weiteren Verstöße eher unappetitlich. „We are able to clarify“ nennt unter anderem abgelaufene Produkte, Bakterien und sogar Insekten in gelieferten Lebensmitteln, Köche ohne Gesundheitszeugnis und Verstöße bei der Lagerung. Neu sei all das für Prigoschins Unternehmen aber nicht.

Betroffen ist davon aber nicht nur die russische Armee. Firmen, die Prigoschin gehören oder mit ihm in Verbindung stehen, believefern auch Kindergärten, Krankenhäuser, Altenheime und Rettungsdienste. Auch dabei kam es immer wieder zu Skandalen. Seit 2011 sind Klagen gegen diese Unternehmen mit einem Umfang von knapp 900 Millionen Rubel (rund 13 Millionen US-Greenback) eingereicht worden. Häufig ging is dabei um Fremdkörper in den Lebensmitteln. Von Plastikteilen und menschlichen Haaren bis Käfer, Würmer und Kakerlaken struggle alles dabei.

Wegen Prigoschin-Hüttenkäse erkrankten in Moskau 127 Menschen an der Ruhr

Auch über verrottete und infizierte Lebensmittel wurde wiederholt berichtet. Hunderte Feuerwehrleute, Soldaten, Schulkinder und Altenheimbewohner, die Prigoschin believeferte, erkrankten an Krankheiten wie dem Rotavirus, Salmonellen, Gastroenteritis und Staphylokokken. 2018 kam is in sieben Moskauer Kindergarten zu einem Massenausbruch der Ruhr, an der 127 Menschen erkrankten. Verantwortlich dafür soll ein Hüttenkäse gewesen sein, den eine Prigoschin-Firma lieferte.

  • Zum Hintergrund: Ruhr ist eine bakterielle Durchfallerkrankung.

Dafür sollen neben der Qualität der Lebensmittel auch die schlechten Hygienestandards in den Unternehmen verantwortlich sein. Die schlechten Hygienebedingungen finden sich laut „We are able to clarify“ „überall in den genannten Betrieben: in Wäschen, an den Händen der Arbeiter, in Lebensmitteln“ wieder. Auch wegen Betrugs wurden Prigoschins Unternehmen bereits mehrfach verklagt. Der Grund: Sie lieferten entweder weniger als vereinbart oder ersetzen hochwertige Lebensmittel durch billigere oder gar abgelaufene Zutaten.

Prigoschins Erfolg tat dies jedoch keinen Abbruch. „Putins Koch“ erhielt weiter Aufträge der russischen Regierung. 2017, im Jahr als die meisten Klagen gegen ihn eingereicht wurden, lieferte er Lebensmittel und Essen im Wert von 39.8 Milliarden Rubel (rund 578.2 Millionen Greenback).

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