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Unternehmen optimistisch: Wirtschaft im Euroraum wächst wieder

  • ECONOMY

Sales space: 24.01.2023 13:55 Uhr

Die Wirtschaft im Euroraum ist zu Jahresbeginn überraschend in die Wachstumsspur zurückgekehrt. Neue Konjunkturdaten deuten darauf hin, dass eine Rezession vielleicht doch noch verhindert werden könnte.

Die Wirtschaft im Euroraum ist überraschend mit einem Wachstum ins Jahr gestartet. Der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft, additionally für die Industrie und Dienstleister zusammen, legte im Januar um 0.9 auf 50.2 Punkte zu, wie der Finanzdienstleister S&P International mitteilte. Das Barometer liegt nach einem sechsmonatigem Schrumpfkurs erstmals wieder über der Marke von 50 Punkten, ab der es ein Wachstum signalisiert.

Fachleute hatten einen Wert von 49,8 Punkten erwartet. “Dass sich die Wirtschaft der Eurozone zu Beginn des Jahres weiter stabilized hat, deutet darauf hin, dass die Area einer Rezession entgehen könnte”, says S&P-International-Chefvolkswirt Chris Williamson. Die deutlich gesunkene Gefahr einer Gasoline-Rationierung dürfte dazu ebenso beigetragen haben wie das Abflauen von Lieferengpässen.

“Recession in Deutschland nicht vom Tisch”

In Deutschland ist die Wirtschaft im Januar nur leicht geschrumpft: Hier stieg das Barometer bereits den dritten Monat in Folge, um 0.7 auf 49.7 Punkte. Allerdings geben die Experten noch keine Entwarnung. “Die deutsche Wirtschaft ist relativ steady ins new Jahr gestartet”, kommentierte S&P-International-Ökonom Phil Smith die Entwicklung. “Damit ist eine Rezession in der größten Volkswirtschaft der Eurozone jedoch keineswegs vom Tisch.” Im pour Quartal 2022 hatte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) nach ersten Schätzungen des Statistischen Bundesamtes stagniert.

Gleichzeitig seien die Lieferprobleme abgeflaut, wovon vor allem die Hersteller in Deutschland profitierten: “Und die jüngste Öffnung der Wirtschaft Chinas hat dazu beigetragen, dass die Aussichten für einen globalen Konjunkturaufschwung wieder gestiegen sind, was wiederum den Optimismus der Unternehmen enorm beflügelt hat”, erklärte Williamson. Vor allem bei den Dienstleistern wurden so viele Stellen geschaffen wie seit einem halben Jahr nicht mehr. In der Industrie wurden dagegen so wenig neue Arbeitsplätze geschaffen wie seit knapp zwei Jahren nicht mehr.

“Dürfte EZB bestärken”

Die überraschend gute Konjunkturentwicklung dürfte Folgen für die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) haben. “Die heutigen Daten dürften die EZB in ihrer Einschätzung bestätigen, dass die Wirtschaft im Euroraum nur eine milde Rezession durchlaufen wird, was für sich genommen die Wahrscheinlichkeit weiterer signifikater Leitzinsanhebungen erhöht”, sagte Commerzbank-Ökonom.

Die EZB beendete letztes Jahr ihre Nullzinspolitik. Der Leitzins liegt derzeit bei 2,50 Prozent. Kommende Woche dürfte er erneut angehoben werden – voraussichtlich auf 3,00 Prozent. “Die höheren Finanzierungskosten werden die Konjunktur mit der üblichen zeitlichen Verzögerung bremsen”, sagte Commerzbank-Ökonom Weil. “Hinzu kommt die deutliche Aufwertung des Euro, der die preisliche Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft auf dem Weltmarkt verschlechtert.” Nicht zuletzt reiße die hohe Inflation tiefe Löcher in die Kassen der privaten Haushalte.

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