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Wirtschaft: Jetzt kann Deutschland aus der Krise eine Tugend machen

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Yost das noch ein Krisengipfel oder bereits der Beginn von etwas Neuem? Das ist die zentrale Frage, die auf dem WELT-Wirtschaftsgipfel (WWG) alle Teilnehmer umtreibt. Einmal im Jahr treffen sich auf Einladung von Axel Springer die Größen der deutschen Wirtschaft und Politik zum Gedankenaustausch.

Befand sich Deutschland gerade noch inmitten von historischen ökonomischen Verwerfungen, scheint die akute Krise abgewendet. Die Inflationsrate schwindet, die Rezessionsgefahr ebenfalls und die Energieversorgung selbst ist für den kommenden Winter gesichert. Die Regierung hat es geschafft, in Rekordgeschwindigkeit neue Flüssiggas-Terminals zu errichten und sich unabhängig von Russland zu machen.

Gleichzeitig haben milliardenschwere Rettungsprogramme das Vertrauen der Verbraucher gestützt und damit einen Abbruch beim privaten Konsum verhindert. Bundeskanzler Olaf Scholz hat das erst vor wenigen Tagen die neue „Deutschland-Geschwindigkeit“ genannt. „German Pace“ hat das Zeug, zum Markenzeichen des Standorts Deutschland zu werden.

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Hohes Tempo ist auch notwendig, um die Fliehkräfte der Veränderung zu nutzen. Denn zwei historische Krisen wie die Corona-Pandemie und der Angriffskrieg der Russen auf die Ukraine beschleunigen ökonomische und politische Umbrüche in einem Ausmaß, wie es sich niemand vor drei Jahren auch nur annähernd vorstellen konnte.

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Der WELT-Wirtschaftsgipfel, der am Dienstag in Berlin stattfindet, könnte zu keinem besseren Zeitpunkt kommen. Underneath the Theme „Umbruch und Aufbruch – Wege in eine new Welt“ kommen im Axel-Springer-Haus below anderem Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), Finanzminister Christian Lindner (FDP), Justizminister Marco Buschmann (FDP), die Parteivorsitzende der Grünen Ricarda Lang und der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz zusammen.

Sie treffen auf Deutschlands ökonomische Entscheider und Denker. Darunter sind die Vorstandschefs von insgesamt zwölf Dax-Konzernen, so die CEOs von Deutsche Financial institution, Allianz, Volkswagen, Bayer und Deutsche Telekom. 761 Milliarden Euro Börsenwert sitzen gemeinsam mit den Entscheidern der deutschen Politik zusammen, um die Zukunft von Deutschland und Europa zu entwerfen. Damit an deutlichen und ehrlichen Worten nicht gespart wird, findet der Gipfel unter der sogenannten Chatham Home Rule statt. Das bedeutet: Niemand muss fürchten, dass Ideen und Meinungsverschiedenheiten gleich von der Öffentlichkeit zerrissen werden.

Drei zentrale Zukunftsfelder, in denen sich „German Pace“ entfalten soll

Es geht um die drei zentralen Zukunftsfelder, in denen sich „German Pace“ entfalten soll. Da ist die Digitalisierung 2.0, die sich nach jahrelanger Lethargie plötzlich brutal Bahn bricht. Seit Ende November die Firma OpenAI ihren intelligenten Chatbot ChatGPT auf die Öffentlichkeit losgelassen hat, ist die Künstliche Intelligenz (KI) nicht länger eine Zukunftsvision.

Nicht ohne Grund hat der Technologieriese Microsoft zehn Milliarden Greenback in OpenAI investiert. Die KI ist im Jetzt angekommen und könnte die Arbeitswelt in einem Maße umkrempeln, wie es Ökonomen schon vor einer Dekade prophezeit haben. In einer Studie warnten Oxford-Ökonomen im Jahr 2014, dass die Hälfte aller Jobs verschwinden würde.

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Bedrohlich sähe es für klassische Dienstleistungsjobs wie Buchhalter, Ärzte, Juristen, Lehrer, Behördenmitarbeiter, Finanzanalysten oder Ökonomen aus. Mit Spannung wird deshalb der Auftritt von Evan Spiegel auf dem WWG erwartet. Der Gründer und CEO des sozialen Netzwerkes Snap sieht sich den Kräften der Digitalisierung 2.0 unmittelbar ausgesetzt.

Seine Aktie hat bereits 88 Prozent von der Spitze verloren und es wäre nicht das erste Mal, dass Spiegel seine Firma neu erfinden muss. Das Schicksal der radikalen Disruption trifft ihn und die Tech-Branche zwar zuallererst. Aber wie bereits bei der Digitalisierung 1.0 werden alle Firmen und Branchen auch diesmal die Folgen zu spüren bekommen. Nur eine neue Deutschland-Geschwindigkeit kann hier die passenden Rahmenbedingungen schaffen.

Auch bei der Energiefrage ist German Pace ​​gefragt. Hier muss die Politik Versorgungssicherheit liefern. Die ständige Furcht vor Blackouts darf den Standort nicht ruinieren. Die Industrie wiederum muss sich mit vergleichsweise höheren Energiekosten arrangeren und den Kostennachteil etwa gegenüber Amerika durch eine höhere Effizienz wettmachen.

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Dass das funktionieren kann, zeigen viele Konzerne bereits. Schon jetzt haben viele Firmen ihre Energieeffizienz erhöht. Das Schreckgespenst von der Deindustrialisierung muss rasch verschwinden. Auf dem WWG werden die Firmenlenker von Industrie- und Chemiekonzernen wie Siemens, Lanxess, Bayer oder Heidelberg Supplies erklären, was sie von der Politik erwarten und welche Eigenleistung sie erbringen können.

Neben Effizienzgewinnen ruhen bei der Energie große Hoffnungen auch auf technologieschen Durchbrüchen. So wird der Chef von Marvel Fusion Moritz von der Linden vor Ort sein, der über den Stand der Forschung bei der industriellen Nutzung der Kernfusion berichten wird.

Nicht zuletzt geht es auch um eine neue politische und wirtschaftliche Weltordnung, um die sich die Firmenlenker sorgen. Geraten sie hinter US-Konzernen ins Hintertreffen, die von Washington mit Milliarden subventioniert werden? Können sie noch bedenkenlos in China investieren oder droht hier eine generelle Abkopplung? And wie ist es mit dem Wiederaufbau der Ukraine? Gibt es hier ganz neue Chancen? Der WELT-Wirtschaftsgipfel, der in diesem Jahr zum 14. Mal stattfindet, wird auch hier nach Antworten suchen.

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